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16.11.2017 Kategorie: Aktuelles

Sie haben die Baustellen-Riesen im Griff

Baugeräteführer wie Azubi Johannes Erdtmann steuern Bagger und andere schwere Maschinen. (FOTO: JENS-ULRICH KOCH/DPA)

...Betonmischgeräte. Sie steuern Maschinen und sorgen für einen reibungslosen Ablauf auf der Baustelle. Dafür werden sie anständig entlohnt.

VON VERENA WOLFF

BEBRA (dpa) Der 21-jährige Johannes Erdtmann arbeitet als angehender Baugeräteführer den ganzen Tag mit großen, schweren Maschinen. Eine Ausbildung zum Verfahrenstechniker hat er bereits absolviert. „Aber den ganzen Tag im Büro zu sitzen, das ist nichts für mich.“ Also besann sich der Thüringer darauf, was ihn schon sein ganzes Leben lang interessiert: Bagger, Radlader, Planierraupen, Kräne. Und begann eine zweite Ausbildung bei der Strabag, einem Unternehmen für Verkehrswegebau mit Hauptsitz in Österreich. Einen Beruf ergreifen, nur weil man Baustellen in Kindheitstagen spannend fand? Das ist genau die richtige Motivation, sagt Cornelia Vater. Sie ist die Leiterin der Abteilung Berufsbildung im Zentralverband Deutsches Baugewerbe. „Wer schon als kleines Kind gerne mit Spielzeugbaggern gespielt hat und heute an Baustellen stehen bleibt, weil ihn die Maschinen faszinieren, der sollte seine Leidenschaft zum Beruf machen“, legt sie potenziellen Bewerbern ans Herz. Menschen wie Johannes Erdtmann werden überall gesucht, sagt Rupert Hammerschmidt, Sprecher der Industriegewerkschaft Bauen- Agrar-Umwelt (IG BAU). „Es gibt einen großen Mangel an Fachkräften, die diese Maschinen bedienen können.“ Im Inland genauso wie im Ausland, auf kleinen Baustellen genauso wie auf den riesigen, wo Berge durchstoßen und Autobahnen gebaut werden. Christian Weise ist Ausbilder bei der Strabag und besitzt im hessischen Bebra eine Fläche von 88 000 Quadratmetern, auf denen Baustellen simuliert werden. „Hier kann auch mal ein Fehler passieren, ohne dass das gleich eine Katastrophe ist“, sagt er. Denn auf die echten Geräte kommen die Auszubildenden ohnehin erst, wenn sie die ersten Fertigkeiten im Simulator erworben haben.

In der Ausbildung auf den tonnenschweren Maschinen geht es vor allem um das richtige Gefühl. „Die Lehrlinge müssen ihre Angst verlieren und Routine bekommen“, erklärt Weise. Wichtig sei zudem ein gutes Auge und räumliches Denkvermögen. Denn die Maschine ist der verlängerte Arm des Arbeiters. Um das ganze Ausmaß zu überblicken, braucht es zudem technisches Wissen, vor allem in der Kräfteberechnung. „Der Beruf ist in der Theorie sehr umfangreich und anspruchsvoll“, sagt Johannes Erdtmann. Einen guten Hauptschulabschluss setzt die Strabag bei ihren Anfängern voraus, besser noch die Mittlere Reife. Doch außer den Schulnoten und dem Abschlusszeugnis seien noch andere Eigenschaften wichtig. „Man muss Spaß am Arbeiten haben und sollte keine Angst davor haben, sich schmutzig zu machen.“ Ängstliche und schüchterne Typen hätten es auf den Baustellen schwer, denn ein Baugeräteführer habe Verantwortung und müsse sich durchsetzen. Viel Zeit verwenden Azubis in den Lehrjahren für das Sammeln von Führerscheinen. Die gibt es für jedes Baugerät, so wie bei den verschiedenen Lastwagen-Typen. Ein Mindestalter für den Beginn der Ausbildung gibt es nicht, auch ein regulärer Führerschein ist keine Pflicht. Und auf dem Weg zum Abschluss verdienen angehende Baugeräteführer gut.

Beim Facharbeiter ist in der Regel noch nicht Schluss: Fertige Azubis können sich zum Polier oder Baumaschinenmeister weiterbilden oder einen Techniker machen. Auch ein Studium ist möglich. Eine weitere Variante ist laut Hammerschmidt, sich auf ein Gerät zu spezialisieren und es zu kaufen – und dann als Freiberufler auf Baustellen im Einsatz zu sein.

 

INFOFO

Fachkräfte sind dringend gesucht

(hei) Baugeräteführer bedienen, wie es der Name schon sagt, Baugeräte und -maschinen im Hoch-, Straßen- und Tiefbau. Die Ausbildung dauert drei Jahre, die Vergütung liegt nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit zwischen 705 und 1410 Euro brutto monatlich, je nach Ausbildungsjahr und Region. Das spätere Einstiegsgehalt wird mit etwa 2800 Euro brutto pro Monat beziffert. Die Zukunftschancen sind gut, da Fachkräfte derzeit überall gesucht werden.

Weitere Infos im Internet unter

www.bauindustrie.de,

www.bgbau.de sowie

www.igbau.de und www.zdb.de.

Quelle: SZ vom 28/29..10.2017

Straßenbau im
Saarland

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PETER KEREN
Bauunternehmung GmbH